Fahrradtour zum Campen

oder: wie es sich anfühlt fast den Transkanadatrail zu fahren.

Vorige Woche bekam ich ein email von Heike: sie sei auf Fahrradreise, habe einen Blog, und ob sie uns besuchen könne? Klar konnte sie, und sie kam auch völlig erschöpft zwei Abende später bei uns an. (man muß wissen, von wem man seine Infos über Strecken kriegt; vorhin meinte einer der Väter in der Schule, Victoria wäre ein angenehmer Tagesausflug per Rad, bloß daß der wohl pro Woche ca. 150km fährt-- das würde die Strecke, die Heike total erschöpft hatte und nochmal genauso viel auf Vancouver Island beinhalten.)

Aber weiter: Heike war zwei Tage in Vancouver unterwegs, und dann sollte es an den Aufbruch gehen -- und ich fragte, ob wir mitkommen duerften fuer die ersten anderthalb Tage? Wir durften, und ich habe die Radtour auf Saltspring Island (eine der kleinen Golfinseln zwischen Festland und Vancouver Island) auf ein andermal verschoben.

Los ging´s im strömenden Regen, was aber irgendwie gar nicht soooo fürchterlich war dank netter Unterhaltung. -- Ich glaube, Heike wird nie wieder "Ich sehe was, was Du nicht siehst " spielen, aber klein Jo wurde erst später langweilig, und dann erst wurde das zum Thema.

Bevor es über die erste Brücke ging, noch schnell die Reifen auffüllen bei der Tanke, und unser Rad lief auf einmal viel besser!!! Ach ja, und es hilft auch total, die Klickpedale zu ölen und lockerer einzustellen.





Immer auf Fahrradstrecken gings Richtung Osten, wobei man auf dieser südlichen Route, die ja auch der Transkanadatrail nimmt, natürlich immer nahe der Hauptverkehrsachse des Landes ist. Hier, in den südlichen ca. 100km oder so, konzentriert sich die wirtschaftliche Aktivität, weiter nördlich? da gibt´s dann nur noch Natur, oder aber Minen, Holzfällercamps, Erdölförderung. Hier im Süden geht´s quer durch die Sägemühlen,


an den Holzlagerstellen vorbei, die Papierhersteller, etc. Gerade am Anfang unsererer 65km war wohl vor allen Dingen Heike enttäuscht: wildromantisches Kanada war das nicht, das war eher die wirtschaftlich aktive Rückseite des Landes. Abends konnten wir am Zeltplatz den regen Verkehr auf dem Fraser River beobachten: Baustoffe, aber hauptsächlich Holz in verschiedenen Verarbeitungsstufen.


Bananenpause
Am nächsten Morgen packt Heike ihre ganzen SAchen wieder, während wir unser Zelt stehen lassen, denn wir werden Heike nur noch ein kurzes Stück begleiten, bevor wir dann am nächsten Tag wieder heim nach Vancouver fahren.
Mittagspause in Fort Langley. Klein Jo hat sich von seinem Taschengeld schöne Dinge geleistet: ein Maniküre-Etui und einen schönen "J" Block. Ich bin glücklich, daß er sich so daran freut, und froh, daß er alleine einkaufen war dafür, und find´s gut, daß ich ihm Taschengeld geb. Ich hätte ihm diese Dinge garantiert nie gekauft.


Und schließlich biegt Heike ab, weiter auf ihrem Weg, während wir zu unserem Picknickplatz weiterfahren. Ich bin ja total kribbelig geworden, ist schon toll, eine lange Reise zu machen. Und ich bin froh, endlich wieder am Radeln zu sein, und langsam wieder etwas fitter zu werden. Ach ja, und ich bin auch total happy, daß wir jetzt also unsere erste Radtour mit Campingsachen gemacht haben. Und sehr zufrieden, daß ich vernünftig war, und am Montag auf dem Rückweg dann die S-Bahn genommen habe, um aus den 60km des ersten Tages dann ca. 25km zu machen auf unserem alleine-nach-Hause-Tag.


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